totenstalking

Urach, Hedwig

Schneiderin, KPÖ-Funktionärin und Widerstandskämpferin (1910 – 1943)
Opfer der Nationalsozialisten und der NS-Justiz (Widerstandskämpfer und Deserteure der Wehrmacht) /// Gr. 40
Wiener Zentralfriedhof

„Ich bin ein Kind der Arbeiterklasse, ein Teil von jener wundervollen Schichte des Volkes, von der alles Leben kommt.“ /// Hedwig Urach

Die Hietzingerin, die während ihrer Schulzeit bei den sozialistischen UrachKinderfreunden war, erlernte den Beruf einer Schneiderin. In dieser Zeit kam sie auch zum KJV, in dem sie nicht nur ihre politische Bildung erwarb und als Funktionärin aktiv war, sondern wo sie auch mit den GesinnungsgenossInnen ihre Freizeit dem Sport und der Natur widmete. 1931 wurde sie auf die Internationale Lenin-Schule nach Moskau delegiert, wo u.a. Alfred Klahr ihr Lehrer war. Im Oktober 1932 kehrte Urach zurück und wurde Mitglied des ZK des KJV, dessen Sekretär damals Leo Gabler war. Als dieser 1934 verhaftet wurde, übernahm sie diese Funktion. Urach war Delegierte des 6. Weltkongresses der KJI in Moskau (25.9.–11.10.1935). Im März 1937 wurde sie verhaftet und für vier Monate „wegen Betätigung für die KPÖ“, sie war bereits Mitglied des ZK, inhaftiert. Nach der Annexion von den Nazis verhaftet und für vier Monate eingesperrt, wurde Urach, von der Partei als gefährdet eingeschätzt, von ihren Funktionen abgezogen, die von Bruno Dubber wahrgenommen wurden. Im Mai 1939 fuhr Urach nach Belgien, arbeitet als Kindermädchen und wurde im Jänner 1940 interniert. Nach dem Einmarsch der Deutschen kehrte sie nach Österreich zurück, wo sie der dritten Leitungsgruppe der KPÖ nach der Annexion angehörte. Am 17. Juni 1941, wenige Tage vor dem Überfall auf die Sowjetunion, wurde Urach verhaftet und am 16. Dezember 1942 zum Tode verurteilt. In Krems inhaftiert, wurde Urach Ende 1942 ins Wiener Landesgericht überstellt, wo sie ein halbes Jahr in der Todeszelle verbringt. Rote Plakate in Wien kündeten am 17. Mai 1943 von ihrer Hinrichtung. /// Text übernommen von der Alfred Klahr Gesellschaft – Verein zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung


Während des Zweiten Weltkrieges wurden WiderstandskämpferInnen und Deserteure hingerichtet und ohne Kenntnis der Familie, unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Zeit- und Datumsangabe in Schachtgräbern verscharrt. Heute steht dort ein Mahn-und Gedenkstätte (Gruppe 40). Es war eine der ersten nach 1945 errichteten Gedenkstätten in Österreich, die jedoch wegen ihrer christlichen Symbolik (ein großes Holzkreuz) reichlich ambivalent ist.

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Dieser Beitrag wurde am 17/05/2013 um 15:18 veröffentlicht. Er wurde unter Einzelperson abgelegt und ist mit , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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