totenstalking
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Otto, Louise

Pionierin der deutschen Frauenbewegung, Journalistin, Schriftstellerin (1819 – 1895)
Neuer Johannisfriedhof /// Leipzig

„Vergessen Sie bei der Organisation der Arbeit die Frauen nicht!“ /// Louise Otto
Klara Zetkin bezeichnetet Louise Otto einst als “eine Gefangene ihrer Klasse”. Doch kämpfte sie vor allem in ihren frühen Jahren für die Anerkennung der Arbeit von Frauen (sie u.a. „Adresse eines deutschen Mädchens“).

Louise Otto wurde 1819 in Meißen in gute finanzielle Familienverhältnisse hineingeboren und war dank einer Erbschaft zeitlebens gut versorgt (später natürlich auch durch ihre schriftstellerische und publizistische Tätigkeit). 1842 erschien ihr erster Roman Ludwig der Kellner. Ihm folgen weitere – insbesondere sozial-kritische Romane und unter Pseudonym auch politische Aufsätze. Sie war neben Auguste Schmidt Mitbegründerin des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (ADF) und viele Jahrzehnte dessen erste Vorsitzende sowie Herausgeberin des Vereinsorgans Neue Bahnen. Erste Amtshandlung war und anderem der „Petitionskampf um Berufstätigkeit und Bildung der Frauen“. Otto wurde 1849 Herausgeberin der von ihr begründeten Frauen-Zeitung, die heute als wichtige Quellenbasis für die Frühphase der deutschen Frauenbewegung gilt.

Nachruf aus „Die Gartenlaube“, Heft 15, S. 260:
Von den „Führerinnen der deutschen Frauenbewegung“, welche die „Gartenlaube“ erst vor Jahresfrist ihren Lesern in Wort und Bild vorgeführt hat, ist nunmehr, am 17. März, die dort an erster Stelle genannte und als Urheberin der Bewegung in Deutschland gerühmte vortreffliche Schriftstellerin Luise Otto-Peters ihrer segensreichen Wirksamkeit durch den Tod entrissen worden. Die „Gartenlaube“ verliert in ihr eine altbewährte Mitarbeiterin, die bereits in den „Leuchtthurm“ Ernst Keils wertvolle Beiträge geliefert hatte. Indem wir auf den Lebensabriß verweisen, der in dem bezeichneten Aufsatz enthalten ist, rufen wir der edlen Frau, welcher die Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins und so viel anderes noch zu danken ist, was dem heranwachsenden Mädchen und der strebenden Frau zum Vorteil und zur Förderung gereichte, unseren Dank in das Grab nach. „Neue Bahnen“ – so nannte sie die von ihr gegründete Zeitschrift – ist sie selbst in ihrer fruchtbringenden Wirksamkeit tapferen Geistes geschritten, neue Bahnen hat sie geebnet zur Erweiterung und Hebung des Bildungslebens und des Berufslebens der deutschen Frau!

Titelfoto von Trainspotter unter Creative Commons.

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Dieser Beitrag wurde am 13/03/2013 um 21:25 veröffentlicht. Er wurde unter Fundstück abgelegt und ist mit , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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