totenstalking

Schrödinger, Erwin und Annemarie

Erwin Schrödinger (1887 – 1961)
Physiker, Nobelpreisträger und Wissenschaftstheoretiker
und seine Frau Annemarie Schrödinger (1896 – 1965)
Dorffriedhof Alpbach (Tirol)

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„Denn das, was ist, ist nicht, weil wir es fühlen,
Und ist nicht nicht, weil wir es nicht mehr fühlen.
Weil es besteht, sind wir und sind so dauernd.
So ist denn alles Sein ein einzig Sein.
Und dass es weiter ist, wenn einer stirbt,
sagt dir, dass er nicht aufgehört zu sein.“ /// Grabinschrift – Schrödingergleichung

„Die Katze ist tot“ und „Die Katze ist lebendig“ – Zur Erklärung quantenphysikalischer Gesetze und ihrer Unvollständigkeit stellte Schrödinger 1935 sein berühmtes Gedankenexperiment vor – er koppelt dabei den radioaktiven Verfall an ein Objekt aus dem Alltag:
Katze

Ein Katze, eine nicht einsehbare Kammer, Blausäure, radioaktives Material, Geigenzähler – Die Katze (makroskopische System) wird für eine Stunde mit oben genannten Materialien in die Kammer gesperrt. Das instabile radioaktive Material (mikroskopische System) löst bei Zerfall den Geigenzähler aus und setzt die Blausäure frei. Im Verlauf dieser Stunde kann sich eines der radioaktiven Atome zersetzen oder nicht. Nach Ansicht der Quantemechanik befindet sich das Atom während dieser Zeit im Zustand der „Überlagerung“, es ist damit zugleich zerfallen und nicht zerfallen. Übertragen auf die Katze, ist diese zu der Zeit tot als auch lebendig.

Fazit: Die in quantenmechanischen Phänomenen beobachtbaren Teilchen – wie zum Beispiel Licht – können nicht mit absoluter Sicherheit in Ort und Geschwindigkeit bestimmt werden, sich sogar gleichzeitig an verschiedenen Stellen aufhalten. Die Quantenphysik arbeitet demnach mit Wahrscheinlichkeiten und kann solche Ereignisse nicht messen oder vorherbestimmen. Die Katze kann nicht gleichzeitig tot und lebendig sein. Das Phänomen der „Überlagerung“ ist also nicht auf das makroskopische System übertragbar. Erst wenn die Kammer geöffnet wird, ist der tatsächliche Zustand der normalen Alltagswelt (Katze tot oder lebendig?) zu erkennen.

Erwin Schrödinger starb am 04. Januar 1961 an Tuberkulose.

Titelfoto von Karl Gruber unter Creative Commons.

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Dieser Beitrag wurde am 04/01/2013 um 16:26 veröffentlicht. Er wurde unter Fundstück abgelegt und ist mit , , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

2 Gedanken zu „Schrödinger, Erwin und Annemarie

  1. wilhelm sagte am :

    Ihr habt die Inschrift fehlerhaft und sinnentstellend abgeschrieben:
    „Und ist nicht, weil wir es nicht mehr fühlen.“
    Da fehlt ein „nicht“. Es heißt:
    „Und ist nicht nicht, weil wir es nicht mehr fühlen.“

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