totenstalking
Mausoleum Che Guevara

Guevara, Ernesto „Che“

Arzt und Revolutionär
Industrieminister und Leiter der Nationalbank Kubas (1928 – 1967)
Mausoleum in Santa Clara (Kuba)

„Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche.“ /// Che Guevara

Ernesto „Che“ Guevara kennt doch eigentlich jede/r – zumindest wird sein Portrait auf jedes fünfte T-Shirt (Schätzung von mir) gedruckt. Das Foto von Alberto Korda gilt als berühmtestes Abbild einer Person. Che Guevara war / ist bekannt als Guerillaaktivist und Revolutionär, doch um seinen Werdegang und seine Persönlichkeit zu beschreiben, bedarf es mehr als einen kleinen Artikel zu seinem Grab. Deshalb beschränke ich mich auf kleine Details wie z.B. seinen Spitznamen. „Che“ ist eine spanische Appellinterjektionen, die benutzt wird, um sich Gehör zu verschaffen – die Entsprechung im Deutschen ist wohl „he“ oder „hey“. In seinem Abschiedsbrief an den Vater bezeichnet er sich selbst als Don Quijote – der Mann aus Argentinien, der gegen Windmühlen kämpft. Beiden Namen sind bezeichnend als Beschreibung seiner autoritären Persönlichkeit und psychoanalytisch sicher sehr interessant.

Er wird von vielen als säkularisierter Heiliger verehrt, doch hat seine Geschichte auch Fehler. Seine Frauen und Freundinnen durften nie mit in den Kampf ziehen, mussten die Kindern hüten und die Tiere im Lager pflegen. Che war ein autoritärer, selbstgefälliger und rassistischer Mensch, der seine Gefolgschaft oft beschimpfte und auch gerne des Verrates bezichtigte. Erschießungen waren für ihn eine revolutionäre Notwendigkeit. Er errichtete das erste Arbeitslager Kubas für „Vergehen gegen die revolutionäre Moral“. Er war sicher eine wichtige Person im kommunistischen Kampf und wird heute noch von vielen als Vorbild bewundert, doch sollte auch immer die andere Seite der Medaille betrachtet werden.

Wie um ihn selbst ranken sich auch um seinen Tod viele Mythen und uneindeutige Aussagen. Anfang Oktober wurde Che Guevara in seiner letzte revolutionären Station Bolivien, nachdem seine Gruppe an das bolivianische Militär verraten wurde, von ebendiesem verwundet und festgenommen. 22 Stunden später war er tot. Che wurde von einem Feldwebel der bolivianischen Armee am 09. Oktober auf Befehl der Regierung exekutiert. Er wurde zur Obduktion nach Vallegrande gebracht, dort ausgestellt, fotografiert und später heimlich begraben. Das berühmte Foto seines Leichnams trug unter anderem zur Mythologisierung Guevaras bei. Erst 1997 wurde seine Grabstelle bekannt. Er und einige seiner Begleiter wurden exhumiert und nach Kuba gebracht. Mit einem großen Staatsbegräbnis wurden die Überreste in dem eigens geschaffenen Mausoleum beigesetzt.

Titelfoto von Man-ucommons und zweites Foto von Vgenecr unter Creative Commons.

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Dieser Beitrag wurde am 09/10/2012 um 11:21 veröffentlicht. Er wurde unter Fundstück abgelegt und ist mit , , , getaggt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

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